Verloren, gefunden und verkauft (20.06.2006)
Das Karten-Chaos nimmt bizzare Formen an
In einem Gelsenkirchener Baumarkt gab es am Donnerstag (08.06.06) plötzlich WM-Tickets zu kaufen. In Frankfurt gingen 800 Karten am Flughafen verloren, dann wurden 800 Tickets an einer Straßenbahn-Haltestelle gefunden. Das Chaos scheint perfekt.
Tickets gesucht? Mal finden sie sich im Internet, mal an einer Haltestelle. Ein mexikanischer Geschäftsmann hatte vor einigen Tagen 800 Tickets als gestohlen gemeldet, die er auf einem Abfallbehälter im Flughafen liegen gelassen habe. Die Polizei nahm laut einem Zeitungsbericht die Ermittlungen auf, prüfte aber auch, ob der Diebstahl möglicherweise fingiert war, um die Karten im Wert von 114.000 Euro auf dem Schwarzmarkt zu verkaufen. Nicht auszuschließen, dass der Fund am Donnerstag (08.06.06) diese Ermittlungen nun erübrigt: Eine Plastiktüte mit 800 Tickets für alle Spiele einschließlich des Finals wurde an einer Straßenbahn-Haltestelle gefunden, bei den Verkehrsbetrieben abgegeben und an den Deutschen Fußball-Bund weitergegeben.
Karten statt Bohrmaschinen
Erstaunlich ist auch ein Fall aus Gelsenkirchen. Wo ansonsten Laminat, Farbe und Bohrmaschinen über die Ladentheke gehen, gab es am Donnerstag plötzlich Karten für die Spiele der ecuadorianischen Nationalmannschaft. Erst nach Intervention der FIFA wurde die Aktion in einem Baumarkt gestoppt. "Wir haben den ecuadorianischen Fußballverband aufgefordert, ähnliche Verkaufsaktionen einzustellen", sagte OK -Sprecher Jens Grittner.
"Klarer Verstoß gegen Regularien"
Die Tickets waren für Spiele des deutschen Gruppengegners von einer Agentur verkauft worden, die diese von dem ecuadorianischen Fußballverband erhalten haben soll. "Wenn dem so ist, dann ist das ein klarer Verstoß gegen die Regularien", sagte Grittner. Die Käufer der Karten brauchen jedoch keine Angst zu haben: "Wer ein gültiges Ticket hat, kommt ins Stadion rein", versicherte der OK-Sprecher. Für Donnerstag war der Verkauf von weiteren Karten für die Spiele Ecuador gegen Deutschland und Costa Rica mit deutlichem Aufschlag geplant gewesen. Dies wurde nach Auskunft des Baumarktes abgesagt.

